Bürgerverein Altenburg-Altstadt e.V.
 

Ansiedlung eines Modeparks im Gewerbegebiet Nord-Ost
(Offener Brief an die Mitglieder des Altenburger Stadtrats)


20.02.2011

Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,

in der nächsten Sitzung des Stadtrates der Stadt Altenburg sollen Sie die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die bereits in der Ansprache des Oberbürgermeisters anlässlich seines Neujahrsempfangs angekündigte Ansiedlung des Modeparks Röther im „Gewerbegebiet Nord-Ost I und II“ schaffen. Wir appellieren dringend an Sie, bei dieser Entscheidung die Konsequenzen zu berücksichtigen, die sich daraus für den innerstädtischen Handel ergeben.

Unserer Auffassung nach widerspricht eine Ansiedlung dieses Modeparks am vorgesehenen Standort direkt den Aussagen des im vergangenen Jahr durch den Stadtrat gebilligten Einzelhandelskonzepts für die Stadt Altenburg. Aus diesem Konzept geht hervor, dass innenstadtrelevante Sortimente nicht auf der „Grünen Wiese“ angesiedelt werden sollen. Bei dem Angebot des Modeparks Röther handelt es sich aber ganz klar um innenstadtrelevante Sortimente. Das hätte zur Folge, dass die „Grüne Wiese“ verstärkt mit den Einzelhandelsangeboten der Innenstadt konkurriert. Ein Blick nach Meerane und Plauen zeigt deutlich, welche verheerenden Auswirkungen Gewerbegebiete, die am Stadtrand liegen, auf den innerstädtischen Handel haben.

In der Vergangenheit haben Verwaltung und Stadtrat immer wieder betont, dass die Innenstadt gestärkt werden soll. Sorgen Sie mit Ihrer Entscheidung dafür, dass diese Aussagen keine Lippenbekenntnisse bleiben! Eine Ansiedlung wie der Modepark Röther gehört in die Innenstadt, nicht in ein Gewerbegebiet. Flächen dafür gibt es zur Genüge, beispielsweise in der Hillgasse (ACC, Freifläche neben dem ehemaligen Konsumkaufhaus).

Bedenken Sie bitte, dass diese Aufwertung des fraglichen Gewerbegebiets zwar eventuell den einen oder anderen Kunden, der im Moment nach Leipzig, Zwickau oder Gera zum Einkaufen fährt, davon abhalten wird. Auf der anderen Seite aber wird es massiv Kaufkraft aus der Altenburger Innenstadt abziehen. Ist es das wert, den Altenburger innerstädtischen Handel für den Investor an dem geplanten Standort zu opfern oder zumindest seinen Fortbestand aufs Spiel zu setzen?

Nehmen Sie bitte ihre Verantwortung als gewählte Vertreterinnen und Vertreter unserer Stadt wahr und wägen Sie sorgsam Vor- und Nachteile der geplanten Ansiedlung gegeneinander ab.

Mit freundlichen Grüßen

i.A.

gez. Dr. Henrik Pradel Thomas Winkler